Ein Beispiel aus Braunschweig kann zu einer weiteren hoffnungslosen Diskussion anregen.
Kulturpolitik, Kritik, Sanktionen.
Die Geschichte des deutschen Schriftstellers Hartmut El Kurdi, die 2007 durch die Medien ging, lässt tief blicken.
Vielleicht sollte man sich also eher abwerben lassen und nicht weiter gegen Windmühlen kämpfen wollen?
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Satiriker-Hartmut-El-Kurdi-ist-nach-Hannover-gezogen
Monat: November 2010
Wissenschaft ade!
Zur Ideenlosigkeit der Bundesregierung was das Budget betrifft, könnten Bände geschrieben werden. Auch zur Ideenlosigkeit in anderen Bereichen. Der Blog braucht Futter.
Der Kulturbereich kann ja relativ froh sein. Das Kunst- und Kulturbudget bleibt unverändert. Dass das bedeutet, dass auch keine Erhöhungen bzw. Valorisierungen möglich sind wird gerne verschwiegen.
Als zynisch muss daher die Aussage von Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder im Ö1 Morgenjournal gewertet werden, wonach in der derzeitigen Budgetsituation jeder Beteiligte es als Erfolg verbuchen muss, wenn die Budgets nicht gekürzt werden.
Aber was jetzt im außeruniversitären Wissenschaftsbereich die Runde macht, geht über die Phrase vom „blanken Hohn“ hinaus. Laut einer Liste die auf derstandard.at veröffentlicht wurde, sollen bei 74 Institutionen und Vereinen die Basisförderungen auf 0 (in Worten null) gesetzt werden. Keine Evaluierung, keine Überprüfung, einfach Null.
Darunter sind Institute, die auch oder vor allem für den Kulturbereich von großer Relevanz sind. Institute die im Bereich von Grundlagenforschung und Analyse tätig sind und somit beständig das nötige Unterfutter für kulturpolitische Arbeit liefern.
Diese Institute und Vereine wehren sich jetzt. Unter dem Titel: „GEGEN DEN BUDGETÄREN KAHLSCHLAG DER WISSENSCHAFT – INTELLEKTUELLE INFRASTRUKTUR ÖSTERREICHS ZERSTÖRT“ werden UnterstützerInnen versammelt, um diese Farce zu verhindern.
Im Interview mit derstandard.at hat Erhard Busek, ehemaliger Wissenschaftsminister und mit seinem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa selbst von der Kürzung betroffen, die Sache auf den Punkt gebracht: „Was soll ich denn am 17. November am Minoritenplatz (Termin und Ort für ein Gespräch mit der Ministerin Anm.)? Ich soll den Revolver nehmen, der dort auf dem Tisch liegt und mich erschießen, oder was?“
Lifestyle-Kids
In die Luft gucken, flanieren, die Menschen sehen.
Heute in der Innenstadt: Vor mir 3 kleine Jungs, zwei davon mit Skateboard; sie kommen gerade von der Schule und unterhalten sich. Sie sehen nett aus, diese, wirklich noch recht kleinen, 7-jährigen urbanen Kids; langes Haar und dieser typische Skaterstil, den sie von den jungen oder Nicht-mehr-jungen Eltern vererbt bekommen haben. Burton-Rucksack in Schwarz/Weiss, Vans, Stacheldrahtmuster auf der gefütterten, warmen Weste, schrill gefärbte Billabong-Hauben – ein cooler Dresscode, der aussagt, die nächste Skaterbahn ist nicht weit, oder auch das Meer zum Surfen.
Dann werde ich stutzig. Sie wirken zu sicher. Es scheint ihnen die Welt selbstverständlich zu sein. Kann es sein, dass sich der Lifestyle in den Habitus ungut eingeprägt hat – und sich dann … ja was nur?
Morgen, der 11. November. Die Zeit, in der sich Kinder in Piraten, Feen oder Clowns verwandeln. Das faszinierende ist, dass sich Kinder diese zauberhaften Rollen selbst abnehmen. Das ist dann immer etwas Phantastisch. Ich stelle mir die 3 Jungs in Faschingskostüme vor. Irgendwie gelingt es nicht. Sie würden es vermutlich selbst nicht glauben. Wäre es ihnen lächerlich sich zu verkleiden, und wenn es auch nur mit Steve-Jobs-Maske wäre? Ich hätte sie fragen sollen.
Aber irgendwie erinnert mich das Ganze jetzt auch an diese DDR/BRD-Identitäts-Geschichte. Und die geht so: Die Menschen in der DDR waren so viel kreativer, da sie nicht viel kaufen konnten.
Vermutlich ist auch das bloß eine weitere Sozial-un-Romantik.
Medienarbeit in OÖ mit Landespreisen gewürdigt
Den “Großen Landespreis für Initiative Kulturarbeit” erhielt das Medien Kultur Haus Wels, den “Kleinen Landespreis für Initiative Kulturarbeit” erhielten das Freie Radio Salzkammergut und das Freie Radio Freistadt.
Die Kulturplattform OÖ gratuliert herzlich!
Im Rahmen eines Festaktes im Steinernen Saal des Linzer Landhauses wurden am Mittwoch, den 3. November 2010, die Landeskulturpreise und Talentförderungsprämien 2010 des Landes Oberösterreich durch Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer überreicht. 22 Persönlichkeiten und kulturelle Initiativen standen im Mittelpunkt der Feier. Kulturreferent und Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer erklärte dazu: “Die Zahl an sich sagt schon sehr viel: sie steht für die hohe Dichte an Qualität, für das breite Spektrum künstlerischer und kultureller Arbeit, für Gegenwart und Zukunft des Kulturlandes Oberösterreich”. Und trotz Steinernem Saal, Etikette und recht gediegener Feierlichkeiten agierten die MedienarbeiterInnen in gewohntem Laissez-faire-Stil während der Preisverleihung.
Die KUPF-Redaktion sprach zum Landeskulturpreis mit dem Geschäftsführern der Freien Radios Freistadt und Salzkammergut, Otto Tremetzberger und Mario Friedwagner. Wir sprachen über Entwicklung, Potential und zukünftige Projekte der Freien Radios Freistadt und Salzkammergut. Darüber hinaus auch darüber, welche Unterstützung und Wertschätzung es von Seiten der Stadtpolitiker gibt, welches Medienecho der Preis auslöste und, wie Freie Medienarbeit in OÖ zu bewerten ist. Harald Freudenthaler, seines Zeichens Programmkoordinator des Freien Radios Freistadt sprach über vernetzte Radioarbeit, die Vielfalt im Freien Radio und vieles mehr.
In der nächsten Sendung möchten wir dann das Medien Kultur Haus Wels zum Interview bitten.
Queens of Style
Wann: 13. November ab 13:30 & 14.November ab 12:30
Wo: Kulturzentrum Hof, Ludlgasse 16, 4020 Linz
Was: GRATIS Workshops; Breakdance, Graffiti, House, Djing, Locking, Rap;
Shows, Diskussionen und mehr!!!
Kostenlose WORKSHOPS in den Elementen des Hip Hop, wie Breakdance, DJing, Graffiti und Rap, sowie Showcases national und international renommierter PerformerInnen und TänzerInnen sind nur einige wenige Punkte, die wir für dieses Wochenende vorbereitet haben.
FRAGEN über die Hip Hop Kultur und die 4 Elemente finden hier Platz und werden gerne von den Teams von „Queens of Style“ und „2Elements of Style“ beantwortet.
Unter erfahrener Anleitung kann in den Workshops alles auch gleich praktisch ausprobiert werden oder ihr könnt einfach nur zuschauen und chillen.
Abgerundet wird das Programm durch eine DISKUSSIONSRUNDE zum Thema „Hip Hop als Ausdrucksform“, zu der wir ebenfalls namhafte Personen aus der Kultur- und Kunstszene eingeladen haben.
Unser Ziel ist es über die Kultur des Hip Hop Menschen zusammen zu bringen und Grenzen zu überwinden und so steht speziell dieses Wochenende ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens und Kennenlernens.
Auch nach dem Eröffnungswochenende werden im Rahmen von „Queens of Style“ weiterhin REGELMÄSSIG Workshops in den 4 Elementen des Hip Hop angeboten, um die kontinuierliche Auseinandersetzung und Weiterbildung für Interessierte zu gewährleisten.
Die in den Workshops erlangten Erfahrungen sollen zu einer selbstbewussten Entfaltung beitragen, und eine individuelle, und kreative Entwicklung sowie ein positives Lebensgefühl unterstützen und fördern.
Am Samstag, dem 13. November starten wir um 13:30 Uhr mit den ersten Workshops.
Darauf folgen ein Junior Breakdance BATTLE (Jugendliche unter 12 Jahren) und ein Bonnie & Clyde Battle (1 b-boy & 1 b-girl vs 1b-girl & 1 b-boy), bei dem alle Tanzstile gefragt sind!
Nach zahlreichen Workshops am Sonntag, dem 14. November findet ab 16:00 Uhr die offene DISKUSSIONSRUNDE statt, eingeleitet und aufgelockert durch SHOWCASES.
Abschließend lassen wir bei Open Talks am BUFFET das ereignisreiche Wochenende ausklingen.
Genauere Informationen zum ABLAUF findet ihr auf der angefügten Einladungskarte oder unserer Homepage www.queensofstyle.com.
ANMELDUNGEN werden unter office@queensofstyle.com gerne entgegen genommen.
Einladung zum Mitmachen beim 4. vorweihnachtlichen Design+ Kunstverkauf von Frischluft
am
FR. 03.12.10 ,
SA. 04.12.10,
jeweils von 14 – 20 Uhr
im Grand Hotel Cafe zum Rothen Krebs
Für den Verkauf suchen wir wieder Produkte, die sich gut verschenken lassen und nicht auf diversen Weihnachtsmärkten zu finden sind.
Der Ablauf funktioniert so:
Anmeldung mit Fotos, kurzer Beschreibung (wer, was, wieviel) und geschätztem Platzbedarf bis 31. Oktober
unter contact@mitzi.at.
Die Ware bis 21.11.10 nach telefonischer Vereinbarung bei uns abgeben. Wichtig ist es eine detailierte Bestandsliste
mitzunehmen und jeden Artikel auszupreisen!! Visitkarten zumAuflegen, wenn vorhanden, mitnehmen.
Um das vorweihnachtliche Kaufbedürfnis unserer Kunden zu befriedigen, sie aber finanziell nicht zu überfordern,
bitten wir euch nur Produkte zu bringen, die den Verkaufspreis von max. €50,- nicht überschreiten.
Als Beitrag zur Unkostendeckung werden von jedem verkauften Artikel 20% abgezogen. Sollte etwas zu
Bruch gehen, oder geklaut weren, können wir die Waren nicht ersetzen. Dies ist zum Glück noch nicht passiert,
weil wir ja ordentlich drauf aufpassen!
Verkauft wird wie in einem Shop, dh. du musst nicht persönlich anwesend sein, da wir kassieren und bei der
Rückgabe der übriggebliebenen Sachen, abrechnen. Dein Aufwand besteht lediglich darin, dir Gedanken zu
machen, ob und womit du mitmachen möchtest und Kontakt aufnehmen! Sollte es zu viele Interessenten
geben, müssen wir aus Platzgründen eine Auswahl treffen.
Es sind sicher noch Fragen offen, die ich gerne beantworte. Falls du noch jemanden kennst, der auch Interesse
haben könnte und super Sachen macht, dann sende diese Mail weiter.
Ich freue mich schon auf euch!
Doris
ANMELDUNG unter
Telefon Doris: 0676/9308131,
contact@mitzi.at
Trotz Allem – Freude
In den letzten Wochen werden die Nachrichten scheinbar immer noch schlechter und schlimmer, doch manchmal gibt es auch schöne Momente, die einfach gefeiert werden müssen – und in letzter Zeit gab es gleich zwei davon.
Am Mittwoch, den 27. Oktober, wurde der Käthe-Leichter-Staatspreis von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek an Dr.in Luzenir Caixeta verliehen. Zunächst wurde in den opulenten repräsentativen Räumlichkeiten des Bundeskanzleramts Erika Weinzierl für ihr Lebenswerk geehrt, ein wirklich bewegender und zutiefst erfreulicher Moment. Als Luzenir Caixeta nach Erika Weinzierl ihren Preis entgegen nahm, erklärte sie ruhig, souverän und bestimmt, warum sie diese bedeutende Auszeichnung nur mit höchst ambivalenten Gefühlen annehmen konnte: In einem derart schlechten gesellschaftlichen Klima, der von Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen geprägt ist, darf eine Migrantin sich nicht instrumentalisieren lassen, um sich quasi als Feigenblatt von einer Regierung missbrauchen zu lassen, die eine nicht vorhandene Offenheit zur Schau stellen wolle. Luzenir gibt sich ganz sicher nicht als ein solches Feigenblatt her. Genau so wenig darf man mit ihr eine Aufteilung in „guten Ausländer_innen“ und „unerwünschten“ forcieren. Das hat sie mit ihrer kurzen, doch ganz klaren Rede eindeutig demonstriert. Sie hat aber auch erklärt, warum Käthe Leichter für sie und für ihre Arbeit wichtig war, und wieviel sie von den Haushaltsgehilfinnen, Pflegerinnen und Sexarbeiterinnen bei ihrer Forschungsarbeit gelernt hat. Gerade in diesem Rahmen tat es gut, diese Frauen genannt zu hören. Betont hat Luzenir aber auch, dass es ihre Arbeit ohne MAIZ gar nicht geben konnte, and sie bat alle anwesenden Mitstreiterinnen kurz aufzustehen.
Zum Glück hat Marty Huber die Preisverleihung aufgenommen und zur Verfügung gestellt: Käthe Leichter Preis 2010 auf Radio Orange
Am Donnerstag, den 28. Oktober, ging es mit der Freude and dem Feiern in Linz gleich weiter: Der Marianne-von-Willemer-Preis für Digitale Medien wurde im AEC Marissa Lobo für ihre Arbeit „Was spricht Anastácia“ feierlich überreicht. Marissa betonte ebenfalls wie wichtig MAIZ für ihre Arbeit ist, aber ich glaube, ihre Arbeit ist auch für MAIZ wichtig – und nicht nur MAIZ. Bei dieser Arbeit geht es um die Figur der Anastácia, eine legendäre von Afrika nach Brasilien verschleppte Sklavin, die mit einem metallenen Maulkorb zum Schweigen gezwungen werden soll, und wie sie als Projektionsfläche für alle möglichen Sehnsüchte dient. Es ist beeindruckend und ermutigend, wie Widerstand in einer solchen Arbeit sichtbar und hörbar gemacht werden kann.
Es ist gut und wichtig, dass Menschen, die in Österreich und anderswo leben, sich empören und gegen menschenunwürdige Gesetze gegen „Ausländer_innen“ protestieren. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Menschen, die jetzt in einem anderen als ihr Herkunftsland – aus welchem Grund auch immer – leben, immer noch handlungsfähige Subjekte sind und bleiben. Die Frauen, die im kurzen Ausschnitt aus Marissas Arbeit zu sehen waren, haben alle ihre je ganz eigene Stimme erhoben, und zwar trotz allen Versuchen, sie zum Schweigen zu bringen.
Am Freitag habe ich schließlich einen Aufruf gelesen, die „most powerful black women in Europe“ zu nennen. Sofort sind mir die Frauen, die im Video und vor Ort am Abend davor erschienen sind, in den Sinn gekommen. Vorschläge werden noch bis 29. November angenommen, darüber nachzudenken ist jeder Zeit erwünscht.
Und es geht auch weiter: Am 27. Oktober wird MAIZ sex&work mit dem Lifegala-Award Eferding 2010 ausgezeichnet. Tatsächlich leistet MAIZ sex&work ausgezeichnete und wichtige Arbeit, die es nun gebührlich zu feiern gilt.
Doch bei aller Freude um solche Anerkennungen darf auch nicht vergessen werden, dass Preise – und seien sie noch so wichtig und renommiert – keine Existenzsicherung bieten können. Die erste Voraussetzung für preistragende Arbeit ist grundsätzlich die existentielle Möglichkeit, fundierte Arbeit leisten zu können. Eine Gesellschaft, die sich solche Arbeit nicht leistet, verarmt.
Westring: Provinz und Vision pt.II
Liebe SPÖVP!
Die Politiker der oö Landhauptstadt Linz haben sich schon seit Jahren auf eine Möglichkeit aus dem ersten Strang der Möglichkeiten eingeschworen. Ich bedauere das sehr, denn ich halte das für den größten denkbaren Verkehrs- und stadtpolitischen Fehler. Fast 1 Milliarde Euro Steuergelder wollen Sie, liebe SPÖVP, in Brücken, Tunnels und Autobahnen investieren, um dem Individualverkehr und Gütertransport ein beschleunigtes Durchkommen durch Linz zu ermöglichen. Projektname Westring. Man möchte dem Verkehr, der Transportlobby, der Automobilindustrie und den Autofahrern ein wenig den roten Teppich ausrollen, den Staus beikommen und die tatsächlich nicht beneidenswerten Pendler entlasten.
Doch nun ist passiert, man möchte fast von einem kleinen Wunder sprechen, womit niemand gerechnet hat: die andere SPÖVP, nämlich die Bundesregierung in Wien, hat das Projekt der hiesigen SPÖVP zumindest vorerst auf Eis gelegt. Nicht aus moralischen oder ökologischen Gründen, sondern wegen banalem Geldmangel. Aber immerhin. Ein Augenblick des Innehaltens.
Die lokale und regionale SPÖVP rückt reflexartig zuammen. Ein provinzieller Schulterschluss gegen die da in Wien. Der Westring müsse sein, da sind sich rote und schwarze Landes- wie Stadtparteichefs einig, die Bünde, Kammern, Gremien, Funktionäre nicken eifrig und erbost. Ich möchte Sie, liebe SPÖVP, jedoch bitten, diesen kurzen Moment des Stillstands zu nutzen, um ihre Grundsatzentscheidung noch einmal zu überdenken. Es könnte sich für Sie auszahlen.
1000 Millionen Euro wären Sie bereit für den Westring auszugeben. Ich bin kein Verkehrs- oder Umweltplaner, aber ich bin sicher, mit dieser Summe (oder einem Bruchteil davon) könnte man auch Alternativen zum Westring finanzieren. Zumindest sollte es möglich sein, eine Studie durchzuführen, wie man mit dieser gewaltigen Summe eine ökologische Lösung für das Verkehrsproblem des Linzer Zentralraumes ermöglicht.
Wer weiß schon wirklich, was man mit soviel Geld möglich machen könnte: kostenlose Öffis für alle Pendler für die nächsten paar Jahrzehnte? Ein dichtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln auch im Umland? Gratisfahrräder für alle Arbeitnehmer? Zuschüsse zu Elektroautos, Minibuslinien, Heimarbeitsverträgen? Alles scheint denkbar, sogar eine autofreie Innenstadt, eine begrünte Nibelungenbrücke und die sauberste Luft der Republik. Und, liebe SPÖVP, was Sie ganz besonders interessieren dürfte: ein öffentliches, globales Bild von einer visionären Stadt, die es sich zum Ziel gemacht hat, ein wenig Individualverkehr gegen nachhaltige Lebensqualität einzutauschen und dafür auch einige Opfer auf sich nimmt. Das Bild einer Stadt, die es sich getraut hat und es allen anderen vormacht, wie eine bessere, grünere und nachhaltigere Urbanität funktionieren kann.
65 Millionen haben Sie, liebe SPÖVP, in das Projekt Linz09, das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2009, investiert. Um zu zeigen, dass sie in die Zukunft sehen, sich umorientieren, Visionen haben. Die Idee war nett, der Erfolg bescheiden, aber sichtbar. Stellen Sie sich jetzt bitte nur einmal kurz vor, was Sie ermöglichen könnten, wenn Sie das für den Westring vorgesehene Geld in eine weitere, noch viel größere Vision investieren! Ich verspreche Ihnen, Sie werden es nicht bereuen.
Die parteiliche Initiative gegen den Westring
Die unparteiliche Initiative gegen den Westring
Die Landes-Initiative für den Westring
Die städtische Initiative für den Westring
Westring: Provinz und Vision pt.I
Liebe SPÖVP!
Es gibt in der Politik spannende und langweilige Themen. Verkehrspolitik ist sicherlich nicht sonderlich spannend, aber sie ist eine Schlüsselpolitik in der mobilisierten Gesellschaft. Zudem kulminieren in der Verkehrspolitik die großen Themen unserer Gegenwart: Sozialpolitik, Umweltpolitik, Migrationspolitik.
Der Großraum Linz steht verkehrspolitisch vor einer großen Entscheidung. Angesichts der gestauten Realität und den verheerenden Prognosen ist allen Beteiligten klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Der derzeitige Zustand ist bereits furchtbar, die Zukunft wird ohne politische Eingriffe zur Katastrophe.
Einer Stadt oder Region stehen zu Beginn des 21. Jahrhunderts mehrere Lösungsansätze offen, alle sind schmerzhaft und teuer. Grob gesagt gibt es zwei Stränge von verschiedenen Möglichkeiten:
Entweder akzeptiert man das grenzenlose Wachstum des Verkehrs, des privaten Personen- und Güterverkehrs, und bietet diesem Wachstum durch immer schnellere und größere Strassen eine öffentlich bezahlte Infrastruktur. Dies bringt Standortvorteile, Anschluss an internationale Verkehrsrouten und Wählerstimmen, leider aber auch Umweltzerstörung, Lärm, noch mehr Verkehr und keine langfristige Lösung – schliesslich unterstellt diese Vorgehensweise auch ein nachhaltiges Verkehrswachstum, das irgendwann wieder neue Kapazitäten braucht.
Andererseits gibt es den anderen Strang an Möglichkeiten. Es ist nicht der Hauptstrang, nicht der Mainstream. Aber er ist es wert, betrachtet zu werden: angesichts drohender Klima- und Umweltkatastrophen, Ressourcenknappheit und sozialer Erosion empfiehlt ein signifikanter Teil von Wissenschaftlern, Philosophen, Medienmachern und anderer Menschen, einen der Hauptverursacher des Klima- und Ressourcenproblems, nämlich den privaten Verkehr, sanft und schonend zu regulieren. Sanft ginge es jetzt noch, in 20 oder 30 Jahren vielleicht schon nicht mehr. Dieser Strang setzt auf regionale Visionäre, die mit Weitsicht und Bedacht statt in Strassenausbau in Renaturisierung, in öffentlichen Verkehr und in urbane, soziale und ökologische Nachhaltigkeit investieren. Das ist kurzfristig keinesfalls populär und birgt das reale Risiko eines Wählerstimmenverlustes. Wenn aber an den Bedrohungsszenarien der Wissenschaft bezüglich unserer Zukunft etwas Wahres dran ist (und davon gehen wir aus), dann sind nur Regulierungen der Versacher zukunftsträchtige Perspektiven. Und mit etwas Glück sind diese Visionäre langfristig gesehen nicht nur die moralischen Gewinner, sondern auch Wahlgewinner.
Weiter zur Fortsetzung:
Westring: Provinz und Vision pt.II
8. Konferenz Zivilgesellschaft: Wandel – global und lokal
Zum 8. Mal – und zum ersten Mal in Oberösterreich – findet vom 19. bis zum 21. November 2010 die Konferenz Zivilgesellschaft statt.
Der Wandel unserer Erde und ihrer Zivilisation ist eine Tatsache; ökologisch wie sozial! Werden wir die damit verbundenen Herausforderungen aktiv ergreifen oder bleiben wir bei einem zögerlichen Reagieren? Die Aufgaben stellen sich im Kleinen wie im Großen – lokal und global: Vieles kann regional vor Ort geändert werden, nur mit dem „Blick aufs Ganze“ und einem tiefgreifenden Umdenken wird der Weg zur lebensfreundlichen Alternative gefunden werden.
Zu diesen Fragen wollen wir vom 19. bis zum 21. November im Schloss Zell an der Pram zusammenkommen:
8. Konferenz Zivilgesellschaft: Wandel – global und lokal
Konferenzbeginn ist Freitag 16h (Registrierung ab 15h)
und endet am Sonntag um 13h (Abschluss mit gemeinsamen Essen)
Neben den vielfältigen Beiträgen der Mitglieder der Initiative Zivilgesellschaft (siehe: http://www.initiative-zivilgesellschaft.at/8k/beitraege) und Raum für gemeinsame Gespräche zum Konferenzthema, wird es auch zwei Gastbeiträge geben:
Christian Felber: Demokratische Bank und Gemeinwohl-Ökonomie
Karl Sieghartsleitner: Partnerschaft – Chance für Gemeinden, Regionen und die Welt
Das endgütltige Programm mit dem zeitlichen Verlauf der Veranstaltung wird im Lauf der Woche auf der Webseite zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen (Kosten, Verpflegung, Anreise, Orientierung, Übernachtung, …) auf:
www.initiative-zivilgesellschaft.at
Wir bitten um ANMELDUNG zur Konferenz: www.initiative-zivilgesellschaft.at/konferenz-anmeldung
Die Konferenz der Initiative Zivilgesellschaft bietet allen interessierten Menschen einen Ort, unterschiedliche zivilgesellschaftliche Engagements kennenzulernen. Den Mitgliedsorganisationen der Initiative Zivilgesellschaft dienen die Konferenzen der gegenseitigen Wahrnehmung, der Verständigung über ihre inhaltlichen Positionen und dem Knüpfen von Kooperationen in Projekten.
Initiative Zivilgesellschaft,
1050 Wien, Schußwallgasse 2/2/9,
ZVR-Zahl 542210856